Trotz mehr Gewinn plagen Südbadens Landwirte Zukunftssorgen – Wirtschaft

Landwirte in Südbaden verdienten im vergangenen Jahr deutlich mehr. Doch aufgrund hoher Kosten und Preisschwankungen gibt es wenig Optimismus für die Genossenschaft.

Landwirte im Südwesten verdienten im letzten Wirtschaftsjahr (Juli 2021 bis Juni 2022) deutlich mehr. Im Durchschnitt erzielten die Unternehmen einen Gewinn von 64.000 Euro, das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Bundesverbandes der landwirtschaftlichen Erzeuger landwirtschaftlicher Betriebe ist Baden-Württemberg das Schlusslicht der bundesweiten Tabelle. Während jeder unbezahlte Familienhelfer rund 43.000 Euro Gewinn erwirtschaftete, waren es im Bundesdurchschnitt knapp 57.000 Euro – in Schleswig-Holstein sogar 91.000 Euro. In Baden-Württemberg sind die Strukturen relativ klein, das Gehaltsniveau aber hoch. Ausgewertet wurden die Ergebnisse von rund 1.200 Unternehmen.

„So einen volatilen Markt hatten wir wohl noch nie“, sagte Bernhard Bolkart, Präsident des Badischen Landwirtschaftsverbandes (BLHV), am Montag in Hüfingen. Extrem schwankende Getreide- und Düngemittelpreise sowie hohe Energiekosten ließen die Landwirte trotz steigender Gewinne für die Zukunft bangen. Sie wissen nicht, wie sich die Preise Ihrer eigenen Produkte entwickeln werden.

Auch Lesen :  Was Anleger jetzt tun sollten

Die Nachfrage nach hochpreisigen Lebensmitteln sinkt

Laut Bolkart ist die Nachfrage vor allem nach hochpreisigen Lebensmitteln gesunken. „Die Verbraucher halten ihr Geld zusammen“, sagt Bolkart. Sie haben es während der Spargel- und Erdbeersaison gesehen. Viele Supermärkte bieten auch weniger Erdbeeren aus der Region an. Auch beim Wein war die Ernte „anständig“ – verkauft wurde aber weniger. “Und die Obstbauern stöhnen auch.” Kilopreise seien „noch ok“, aber hohe Kosten für Energie und Betriebsmittel machen den Landwirten zu schaffen. Auch für die Milch sieht es nicht rosig aus. In den letzten Jahren hat die süddeutsche Milch den Landwirten höhere Preise eingebracht, aber die norddeutschen Landwirte bekommen jetzt mehr Geld für ihre Milch. “Dieser Unterschied beträgt vier oder fünf Cent, das können Sie verstehen”, sagte Bolkart. Das liegt unter anderem daran, dass Milcherzeuger im Süden zunehmend unter der Marke Schwarzwaldmilch verkaufen – und auch hier die Kaufzurückhaltung der Kunden gegenüber Markenprodukten besteht.

Auch Lesen :  „Geschäftsaufgabe wegen Brückendesaster“: Tableau grand gourmet schließt

Beim Rindfleisch hingegen seien „anständige Preise“ zu erzielen. Aber auch hier ist die Marge gesunken, weil die Kosten gestiegen sind. „Viele Bauern sind ausgestiegen“, sagte der Präsident des Verbandes. Das Problem, das Sie bereits mit Schweinen haben – nicht genug lokal für regionale Metzger zu produzieren – entsteht mit Rindfleisch.

EU-Regulierung von Pflanzenschutzmitteln sorgt für Empörung

Laut Bolkart sorgt die vorgeschlagene EU-Verordnung zur Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden „für große Unzufriedenheit bei den Landwirten“. Ihr Einsatz soll bis 2030 halbiert werden. Die Landwirte sind bereit, die Ziele zu erreichen, aber sie brauchen Zeit. Außerdem müssten die Vorgaben mehr praktische Bedeutung haben: „Raps zum Beispiel funktioniert nicht ohne Pestizide.“ Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk, der an der Presseveranstaltung in Hüfingen teilnahm, bekräftigte, dass das Land auf der Seite der Landwirte stehe.

Auch Lesen :  PCK in Schwedt soll Öl über Danzig bekommen | Freie Presse

Auch die Holzpreise seien nicht schlecht, Förster profitieren vom starken Anstieg des Brennholzes, sagt Bolkart. Allerdings waren die Preise in letzter Zeit sehr niedrig. “Der Markt hat überreagiert und pendelt sich auf ein normales Niveau ein.” Zudem geben immer mehr Häuslebauer aufgrund steigender Baukosten ihr Eigentum zurück, sodass weniger Holz benötigt wird. „Energie wird das dominierende Thema der nächsten Jahre sein“, sagt Bolkart. Es ist wichtig, heimische Energiequellen zu nutzen.

“Nur so können wir Sucht reduzieren.”

Der Zustand der Wälder gebe angesichts des Klimawandels weiterhin Anlass zur Sorge, ergänzte Anja Peck, Forstdezernentin des Regierungspräsidiums Freiburg. Der Sommer 2021 war etwas weniger heiß und trocken als in den Vorjahren. Doch 2022 schwächte der heiße Sommer die Bäume erneut. Vor allem in den unteren Lagen, in Freiburg oder der Rheinebene gibt es wegen Trockenheit Probleme mit Bäumen. Und: “Der Borkenkäfer fand das Wetter super.”

Mehr zum Thema:

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button