Homeoffice, Kindergeld, 49-Euro-Ticket: Das ändert sich 2023 | hessenschau.de

Wie in jedem neuen Jahr müssen sich die hessischen Bürgerinnen und Bürger auf Veränderungen einstellen – dieses Mal dürfen es noch mehr sein als sonst. Was sich 2023 ändern wird: ein Überblick.

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Das wird sich 2023 ändern


Hessenschau vom 30.12.2022

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Das alte Jahr geht, das neue kommt – und damit ändert sich einiges. Vom 49-Euro-Ticket bis zum Wohngeld: Hier die wichtigsten Neuerungen.

Strom- und Gaspreisbeschränkungen

Wegen hoher Energiekosten gelten in Hessen und anderen Bundesländern ab März Preisbremsen für Strom und Gas. Zur Abdeckung der sogenannten Winterlücke werden die Entlastungsbeträge für Januar und Februar rückwirkend im März berechnet. Die Preisbegrenzungen für Privathaushalte und Kleingewerbe von zwölf Cent pro Kilowattstunde für Gas und 40 Cent für Strom gelten für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs in Privathaushalten und Kleingewerbe – das soll zum Energiesparen anregen.

Das Neun-Euro-Ticket, das im Sommer 2022 wegen hoher Energiepreise für drei Monate im Verkauf war, war ein voller Erfolg. Bund und Länder einigten sich nach langem Ringen auf einen Nachfolger: ein deutschlandweit gültiges ÖPNV-Ticket für 49 Euro im Monat. Details und insbesondere der genaue Starttermin werden noch abgeklärt. Das Ziel ist der 1. April.

An Silvester steigen die Preise im regionalen Bus- und Bahnverkehr wegen hoher Energie- und Betriebskosten: Die Tickets der großen Verkehrsverbünde RMV und NVV sind im Schnitt rund 1,5 Prozent teurer. Auf der Bergstraße, die zur Verkehrsverbindung Rhein-Neckar VRN gehört, sind die Preise sogar um 8,8 Prozent gestiegen.

In Frankfurt wird ein Einzelticket 55 Prozent teurer und kostet künftig 3,40 Euro. Der Preis für Monats- und Jahreskarten bleibt hingegen gleich. Inhaber des Frankfurt Pass zahlen nur 30 Prozent des regulären Preises. Außerdem gibt es eine neue Rabattkarte für das gesamte RMV-Gebiet. Für 10 Euro im Monat bekommen Nutzer 25 Prozent Rabatt auf Tickets. In Städten wie Limburg, Fulda oder Hanau erhöhen sich die Fahrpreise um 10 Cent.

Eine Sparkarte ähnlich der des RMV-Gebiets soll es auch in Nordhessen geben. Mit einer Karte für 9 Euro im Monat sparen Fahrgäste bei jeder Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Hälfte des Fahrpreises. Laut NVV soll es sich bereits nach drei Fahrten lohnen.

Der Kinderfreibetrag steigt ab Januar kontinuierlich auf 250 Euro – für das erste bis dritte Kind. Auch der Kinderfreibetrag wird erhöht, den Personen mit höherem Einkommen erhalten, sowie der steuerlich maximal absetzbare Unterhaltsfreibetrag für beispielsweise studierende Kinder.

Ab Januar erhalten mehr Menschen Sozialhilfe-Wohngeld, und es wird auch größer: Statt zuletzt etwa 600.000 Haushalten sollen künftig rund zwei Millionen Haushalte Anspruch auf Wohngeld haben. Der durchschnittliche Betrag soll von rund 180 Euro auf rund 370 Euro pro Monat steigen.

Auf Hartz IV folgt zum 1. Januar das Bürgergeld als neue Grundsicherung für Langzeitarbeitslose. Der Satz für Alleinstehende erhöht sich um 53 Euro auf 502 Euro monatlich. Bei Beginn der Weiterbildung kommen 150 Euro hinzu. Alle, die zwischen 520 und 1.000 Euro verdienen, sollen einen größeren Teil ihres Einkommens behalten können: Die Zuschüsse in diesem Bereich werden von 20 Prozent auf 30 Prozent erhöht. Für unter 25-Jährige gibt es – wie beim Bundesfreiwilligendienst – für die drei Monate zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn einen Zuschuss von 520 Euro.

Aussagen müssen nicht gemacht werden, wie das Kommunale Arbeitsamt Vogelbergkreis (KVA) erklärt. “Das bisherige Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld wird automatisch auf das neue Bürgergeld übertragen.”

Wer auch 2023 im Homeoffice arbeitet, erhält eine höhere Pauschale. Entsprechend Bundesregierung Sechs Euro pro Tag können Steuerpflichtige bei der Einkommensteuererklärung geltend machen, wenn sie zu Hause arbeiten. Bisher war die Flatrate auf 600 Euro pro Jahr begrenzt. Ab dem kommenden Jahr können bis zu 1.260 Euro pro Jahr beantragt werden. Diese profitiert künftig von 210 statt 120 Homeoffice-Arbeitstagen.

Die Flatrate gilt auch, wenn das Home Office nicht verfügbar ist. Damit sollen vor allem Familien mit kleineren Wohnungen entlastet werden.

Ab Januar müssen Restaurants und Cafés Mehrwegverpackungen für Getränke zum Mitnehmen anbieten. Es muss Alternativen zu Einweg-Kunststoffverpackungen für Speisen zum Mitnehmen geben. Verbrauchern entstehen möglicherweise keine zusätzlichen Kosten für die Mehrwegoption, Unternehmen können jedoch ein Pfand verlangen.

Kleine Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern sind ausgenommen, müssen aber den Kunden erlauben, ihre eigenen Behälter zu füllen.

Die gesetzlichen Krankenkassen können zum Jahreswechsel ihre Zusatzbeiträge erhöhen. Verbraucherzentralen warnen davor, dass Kassen in diesem Jahr keine schriftliche Auskunft geben müssen. Bei einer Kündigung bleibt jedoch das Sonderrecht der Beitragszahler erhalten.

Ab 2023 unterstützt Hessen auch queere Paare bei der Kinderwunschbehandlung. Lesbische Paare können eine öffentlich finanzierte Behandlung erhalten. Hessen ist auch das erste Bundesland, das Paare unterstützt, bei denen ein Partner transsexuell ist.

Angesichts rückläufiger Ticketverkäufe will Kulturstaatsministerin Claudia Roth wieder mehr Menschen in Kinos und Theater locken. „Die Zuschauerzahlen der Kultureinrichtungen sind weit entfernt vom Vorpandemie-Niveau“, sagte der Grünen-Politiker.

Es sollten Anreize in Betracht gezogen werden, um die Leute „vom Sofa und zurück ins Kino“ zu holen. Als eine Möglichkeit nannte er den für das kommende Jahr geplanten Kulturpass für 18-Jährige, die jeweils 200 Euro für Bücher oder Konzert-, Theater- oder Kinokarten erhalten sollen.

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